Mein erstes (damals mit Kolleg:innen gemeinsam verfasstes) Buch auf Deutsch erschien vor über 20 Jahren… Eine leidenschaftliche Autorin deutschsprachiger Sachbücher bin ich aber erst seit kurzer Zeit. Ich bedanke mich bei meinen Verlegern – allen voran dem Brandstätter-Verlag, Mandelbaum, und dem Verlag Klaus Wagenbach – für diese Möglichkeit.
Hier findet ihr die gesamte Übersicht meiner Bücher auf Deutsch: Fachbücher, Sachbücher, und mehr. Ich freue mich über Feedback!
Ab März 2026: Datenschlussverkauf: Solidarität in der digitalen Welt. Berlin: Klaus Wagenbach.

Palantir, elektronische Patientenakten, Online-Shopping – jeden Tag entstehen Daten über uns, werden weitergegeben, ausgewertet und zu Geld gemacht. Meist profitieren davon wenige, während viele die Folgen tragen, ohne mitentscheiden zu können. Genau darüber habe ich dieses Buch geschrieben.
Ich zeige, warum Datenschutz als individuelles Abwehrrecht nicht mehr ausreicht und wie Daten zu einer Frage von Macht, Ungleichheit und Demokratie geworden sind – auch für Menschen, die glauben, kaum „digital“ zu sein. Und ich entwerfe eine Alternative: Datensolidarität steht für einen Umgang mit Daten, der fair, verantwortungsvoll und am gesellschaftlichen Nutzen orientiert ist. Mein Buch versteht sich als Einladung, digitale Kontrolle zurückzugewinnen – durch Regeln, Institutionen und Formen der Teilhabe, die Transparenz und Gerechtigkeit ins Zentrum stellen, bevor sich die Datenwelt weiter unserer demokratischen Gestaltung entzieht.


Blog posts und Medienberichte zum Buch: https://materie.at/gk/datensolidaritaet-warum-wir-einen-neuen-gesellschaftsvertrag-fuer-daten-brauchen/
2024 (mit Margit Appel): Arbeit – Care – Grundeinkommen. Wien: Mandelbaum.

Arbeit ist nicht nur ein Job – sie gestaltet Gesellschaft und Natur. Es ist von entscheidender Bedeutung, jene Prozesse, die Arbeit zu dem gemacht haben, was sie heute ist, zu verstehen und zu hinterfragen. Einerseits wird die bezahlte Arbeit der einen durch die unbezahlte Arbeit der anderen erst möglich gemacht. Gleichzeitig nutzt unser Wirtschaftssystem Arbeitsplatzargumente als Rechtfertigung für exzessives Wachstum, das Menschen und natürliche Ressourcen ausbeutet. Es zwingt uns in ein Hamsterrad, in dem wir funktionieren müssen, um zu überleben. Dieser Zwang beeinflusst nicht nur unser Leben, sondern auch die Zukunft unseres Planeten. Um zu einer sozial und ökologisch gerechten, sorgeorientierten Gesellschaft zu gelangen müssen wir die Rolle und den Wert der Arbeit in unserer Gesellschaft neu überdenken.
Read more: Bücher in deutscher Sprache2023: Wofür wir arbeiten. Wien: Brandstätter.

Die tradierten Modelle funktionieren nicht mehr: Während die einen von ihrer Erwerbsarbeit kaum leben können, leiden viele Bereiche unter Arbeits- und Fachkräftemangel. Arbeit ist zudem eine Frage der Solidarität: Der Applaus für „systemrelevante Berufe“ in der Pandemie war von kurzer Dauer, die Care-Arbeit – vor allem von Frauen – hält das System am Laufen, wird aber weder angemessen entlohnt noch gesellschaftlich gewürdigt. Dem entgegengesetzt steht die Forderung mancher Arbeitgeber nach längeren Arbeitszeiten. Verschärft wird die Situation zudem durch den demografischen Wandel, Digitalisierung und Automatisierung. Zur Lösung dieser Probleme bedarf es nicht bloß einer besseren Regulierung des Arbeitsmarktes, sondern ein Umdenken darüber, welche Rolle Arbeit in unserer Gesellschaft und in unserem Leben spielen soll.
2020: Vom Wert des Menschen: Warum wir ein bedingungsloses Grundeinkommen brauchen. Wien: Brandstätter.

Geld ohne Leistung? Einfach so? Und wer soll das bezahlen? Das sind nur einige Fragen, wenn es um das bedingungslose Grundeinkommen geht – Fragen, die angesichts der Folgen der Corona-Krise aktueller sind denn je. Dieses Buch liefert Antworten. Und das abseits von Ideologien, sondern aus der Sicht von Betroffenen: dem Tiroler Gastronomen, der kaum Fachkräfte findet. Dem IT-Unternehmer, der überzeugt ist, dass mit einem Bürgergeld „alle auf der faulen Haut“ lägen. Oder den Eltern einer Jung-Akademikerin, die sich fragen, ob es für ihre Tochter mehr als unbezahlte Praktika gibt.
2016 (mit Alena Buyx): Das Solidaritätsprinzip. Ein Plädoyer für eine Renaissance in Medizin und Bioethik. Frankfurt am Main: Campus.

Was bedeutet Solidarität wirklich – jenseits von Sonntagsreden und politischen Appellen? Dieses Buch untersucht, wie der Solidaritätsbegriff in modernen Gesellschaften verwendet, überdehnt und oft missverstanden wird. Solidarität ist kein moralischer Joker, der staatlichen Zwang rechtfertigt, sondern ein anspruchsvolles soziales Prinzip, das auf freiwilliger Zugehörigkeit, geteilter Verwundbarkeit und gegenseitiger Verantwortung beruht.
Gerade die pandemischen Debatten der letzten Jahre – etwa um Impfpflichten – zeigen, wie schnell Solidarität instrumentalisiert werden kann. Das Buch macht deutlich, warum solche Maßnahmen nicht mit Solidarität begründet werden können, und was stattdessen nötig wäre, um solidarische Gesellschaften zu stärken: tragfähige Institutionen, Vertrauen und faire Bedingungen für alle. Ein Plädoyer dafür, Solidarität nicht zu verordnen, sondern politisch ernst zu nehmen.
2004 (mit Herbert Gottweis, Wolfgang Hable, und Doris Wydra): Verwaltete Körper: Strategien der Gesundheitspolitik im internationalen Vergleich. Wien: Böhlau.

Dieses Buch zeigt, wie Gesundheitspolitik in Europa und den USA den menschlichen Körper zum Gegenstand politischer Steuerung gemacht hat – und wie sich diese Logik im Laufe des 20. Jahrhunderts veränderte. Es analysiert den Wandel von staatlich geprägter Gesundheitsversorgung hin zu stärker dezentralen und individualisierten Formen der Gesundheitsorganisation. Dabei wird deutlich, wie neue Modelle der Selbststeuerung alte Formen der Kontrolle ergänzen oder ablösen. Das Buch bietet eine kompakte Einführung in zentrale Dynamiken moderner Gesundheitspolitik und die Entstehung neuer biopolitischer Ordnungen.